
Dr. Angelika Meißner
74586 Gründelhardt
Sonnenstraße 24
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Die Schäferhundkeratitis (Keratitis superficialis chronica) ist eine chronische, oberflächliche Entzündung der Hornhaut, die mit Rötung, Graufärbung und Pigmentation der Hornhaut einhergeht. Am häufigsten betroffen ist der Deutsche Schäferhund (daher der Name). Aber auch andere Rassen können erkranken.
Verlauf:
Die Krankheit beginnt meist an beiden Augen gleichzeitig. Am äußeren Augenwinkel am Übergang zwischen weißer Sklera und Hornhaut kommt es zum Einwachsen von Blutgefässen, dadurch entsteht eine undurchsichtige rote oder graurosa Erhebung auf der Hornhaut. Beim Fortschreiten der Krankheit dehnt sich diese Veränderung in Richtung Hornhautzentrum aus. In den Randbereichen kommt es zum Einwandern pigmentbildender Zellen und verleiht der Hornhaut ein braunschwarzes, stumpfes Aussehen. Ohne Behandlung schreitet der Entzündungsprozess fort. Bis schließlich die gesamte Hornhaut braunschwarz pigmentiert ist. Da die Keratitis chronica beide Augen betrifft führt sie langfristig zur vollständigen Erblindung des Hundes, wenn nicht behandelt wird.
Ursache:
Die Ursachen der Schäferhundkeratits sind bis heute noch nicht genau geklärt. Man geht von einem autoimmunen Krankheitsgeschehen aus. Beim Deutschen Schäferhund scheint auch eine erbliche Veranlagung vorzuliegen. Sicher ist, dass der ultraviolette Strahlenanteil des Sonnenlichtes als auslösender Faktor für den Ausbruch der Krankheit und für neue Krankheitsschübe verantwortlich ist.
Therapie:
Eine Heilung der Schäferhundkeratitis ist nach heutigem Stand der Wissenschaft leider noch nicht möglich.
Mit einer lebenlangen, konsequenten Behandlung kann diese Erkrankung in vielen Fällen sehr gut unter Kontrolle gebracht werden. Besonders bei frühzeitigem Erkennen und Behandeln kann wieder eine durchsichtige Hornhaut erreicht werden.
Zur Behandlung wird Cortison eingesetzt. Entweder als Injektion in den Bindehautsack oder als Augentropfen und –salben. In letzter Zeit bevorzugt man den Wirkstoff Ciclosporin (Augensalbe 1-2 mal täglich anwenden), der mit weniger Nebenwirkungen behaftet ist und sehr gute Therapieergebnisse bringt.
Besonders wichtig ist auch die Vermeidung von übermäßiger UV-Strahlung (große Höhen, Sonnenschein in Gewässernähe, bei Schnee und wolkenlosem Himmel). Lässt sich der Aufenthalt im Freien nicht vermeiden, hat sich das Tragen von Sonnenbrillen bewährt. Die Hunde gewöhnen sich in der Regel schnell an die Brille.
In verschleppten oder therapieresistenten Fällen besteht die Möglichkeit durch eine Operation die betroffene obere Hornhautschicht zu entfernen. Die langzeitigen Erfolgsaussichten dieser Methode sind allerdings wenig zufriedenstellend.
Neuerdings kann in speziellen Kliniken eine Radiotherapie durchgeführt werden, deren Erfolgsaussichten günstiger beurteilt werden.



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