Dr. Angelika Meißner

74586 Gründelhardt
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Impfungen - Hunde

Schutzimpfungen für Hunde

Ihr neuer Hausgenosse hat sich inzwischen hoffentlich gut bei Ihnen eingelebt. Dies ist der richtige Zeitpunkt zu überlegen, welchen Gefahren Ihr Hund ausgesetzt sein kann, und wie Sie Ihren lebhaften Gesellen davor schützen können.

Impfen warum und wann?

In den ersten Lebenswochen ist ein Welpe durch mütterliche Antikörper, die er über die Muttermilch aufgenommen hat, geschützt. Der Schutz der mütterlichen Antikörper lässt nach ca. 6 bis 14 Wochen nach und nun ist es Zeit über die ersten Impfungen nachzudenken.

Impfstoffe enthalten kleine Mengen von abgeschwächten oder inaktivierten Viren oder Bakterien. Diese führen nicht zu einer Erkrankung des geimpften Tieres sondern dazu, dass das Immunsystem spezifische Antikörper gegen diese Krankheitserreger produziert. Somit ist Ihr Hund einen gewissen Zeitraum gegen diese meist tödlich verlaufenden Erkrankungen geschützt.

Beim Welpen werden die Impfungen nach 4 Wochen 2x, besser 3x wiederholt. Dies nennt man Grundimmunisierung und ist für die „Gedächtnisfunktion“ des Immunsystems immens wichtig. Nur mit einer guten Grundimmunisierung hat Ihr Hund einen langfristigen Impfschutz.

Einmal jährlich wird nachgeimpft. Welche Impfungen wiederholt werden hängt von den Lebens- und Haltungsbedingungen Ihres Vierbeiners ab und wird ganz individuell abgestimmt.

Das Standardimpfschema
1. Impfung mit 8 Wochen
2. Impfung mit 12 Wochen
Empfohlen wird eine 3. Impfung in der 16.-20 Lebenswoche
Danach wird jährlich nachgeimpft, jedoch nicht gegen alle Erreger. Es gibt somit eine „kleine“ oder eine „große“ Nachimpfung

Nirgends im Leben gibt es 100% Sicherheit. Dies ist auch bei Impfungen so.
Um dem Körper des Hundes eine möglichst gute Immunantwort auf eine Impfung zu ermöglichen, dürfen nur gesunde Tiere geimpft werden.
Vor der Impfung wird ihr Hund ausführlich vom Tierarzt untersucht.
Außerdem sollten Sie Ihren Hund vor einer Impfung entwurmen und direkt nach der Impfung sollten Sie übermäßigen Stress  (Ausstellungen, lange Transporte, Leistungssport, Tierpension) meiden.
Nach der Impfung kann es zu nicht schmerzhaften Schwellungen an der Injektionsstelle oder Fieber kommen. Schwerwiegendere Probleme kommen extrem selten vor.

Gegen welche Krankheiten kann man Impfen?

Geimpft werden kann nicht „gegen alles“.
Die Entwicklung von Impfstoffen ist sehr kostspielig und zeitaufwendig. Deshalb werden Impfstoffe gegen Erregen entwickelt, die hoch ansteckend sind, die meist tödlich sind oder zu dauerhaften Schäden führen, gegen die es keine direkte Therapie gibt oder die für den Menschen ansteckend sind (Tollwut).
 
Staupe

Staupe ist eine Viruserkrankung. Sie wird durch direkten Kontakt der Hunde übertragen. Sie können das Virus aber auch mit den Schuhen oder der Kleidung einschleppen. Symptome der Krankheit sind anfangs hohes Fieber, Augen- und Nasenausfluß. Ihr Hund zeigt dann keinerlei Appetit.
Nach dieser Anfangsphase können drei verschiedene Verlaufsformen auftreten. Diese können aber auch ineinander übergehen.  Die Darmstaupe zeigt sich mit unstillbarem Erbrechen und Durchfall. Die Lungenstaupe äußert sich mit starkem Husten, Nasenausfluß und evtl. einer Lungenentzündung. Die Nervenstaupe erzeugt Krämpfe und Lähmungen. Die Tiere können auch bewusstlos werden.
Häufig ist diese Erkrankung tödlich. Überlebt der Hund, behält er oft bleibende Schäden.

Hepatitis contagiosa canis

Darunter versteht man eine ansteckende virusbedingte Leberentzündung. Auch hier steckt sich der Hund auf den gleichen Wegen an, die bereits oben bei der Staupe beschrieben wurden.
Symptome hier: hohes Fieber, keinerlei Appetit, starker Bauchschmerz.
Oft sterben die Tiere bereits in diesem Stadium. Weiterhin können Erbrechen, Durchfall, Mandel- Rachen- und Bindehautentzündung auftreten. Selten sieht man auch nervöse Störungen. Überlebt das Tier, behält es oft eine Trübung der Hornhaut.

Leptospirose

Die Leptospirose ist auch unter dem Namen Stuttgarter Hundeseuche bekannt. Hier ist der Erreger kein Virus, sondern ein Bakterium. Es gibt dabei nicht nur Arten, die für den Hund gefährlich sind, sondern auch solche, die für den Menschen krankmachend sind.
Als Überträger dienen Hunde, Ratten, Mäuse, und andere Tiere. Ebenso kann das Bakterium in verschmutzten Teichen oder Gräben überleben.
Die Symptome sind unspezifisch z.B. extreme Müdigkeit, schwankender Gang, Fieber, Appetitmangel, Erbrechen, Durchfall und Leber- und Nierenschädigung. Oft sterben die Tiere in den ersten Krankheitstagen oder behalten lebensgefährliche Nierenschädigungen.

Parvovirose

Hier ist wieder mal ein Virus die Ursache. Dieses Virus ist sehr widerstandsfähig und kann in der Außenwelt mehrere Monate überleben. Die Übertragung kann durch Kontakt zwischen Hunden und auch oft über Menschen oder Futternäpfe oder ähnliches stattfinden.
Oft kommt es sehr rasch zum Tode des Tieres. Ursache dafür ist eine Herzmuskelentzündung. Es kann aber auch zu Magen-Darm-Symptomen mit Fieber, starkem Erbrechen und blutig-schleimigen Durchfall kommen.
Die Hunde sind appetitlos und bauen sehr schnell ab, da sie zum einen keine Nahrung mehr aufnehmen und zum anderen durch das starke Erbrechen und en Durchfall sehr hohe Verluste haben. Auch das kann rasch zum Tod führen.

Tollwut

Der Tollwut-Virus wird durch Biss von einem tollwutinfizierten Tier (meist Füchse) übertragen.
Die Erkrankung betrifft das Nervensystem des Tieres. Dadurch kommt es zu verschiedenen Veränderungen (auch des Wesens). Aggressivität, Ruhelosigkeit, Gleichgewichtsstörungen, Lähmungen, Unfähigkeit zu Schlucken und Krämpfe können auftretend. Schließlich sterben die Tiere. Diese Erkrankung ist anzeigepflichtig und unterliegt deswegen staatlicher Kontrolle.
Erkrankte oder tollwutverdächtige Tiere dürfen nicht behandelt werden. Die Tötung kann vom Amtstierarzt angeordnet werden.
Auch der Mensch kann durch den  Biss eines tollwuterkrankten Tieres diese tödliche Infektion bekommen.
Zwingerhusten:

Dies ist eine Faktorenkrankheit. Das bedeutet, dass mehrere Erreger und Umstände zusammenkommen müssen, um zum Ausbruch der Krankheit zu führen.
Ein Faktor sind verschiedene Viren (u.a. Parainfluenza-, Adeno-, Influenzaviren) und Bakterien (Bordetellen, Strepto-und Staphylokokken u.v.a.).  Weitere Faktoren das Wetter und Stress, sowie intensiver Hundekontakt in Hundepensionen, Hundeschulen, Hundeausstellungen, Tierarztpraxen, Spielwiese begünstigen den Ausbruch.
Ansteckung erfolgt über Kontakt zwischen Hunden, auch nur auf einem Spaziergang. Symptome sind anfangs trockener Husten, Nasenausfluss, Augenausfluss. Vor allem unbehandelt ist eine Verschlimmerung bis hin zur Lungenentzündung möglich.
Die Impfung schützt allerdings nicht vor einer Infektion. Sie hat ähnliche Funktion wie die Grippeimpfung bei Menschen. Sie soll bei einer Erkrankung die Symptome mildern und den oft langwierigen Heilungsverlauf beschleunigen.

Borreliose

Erreger ist hier ein Bakterium, das mit dem Speichel von Zecken auf das Säugetier (Mensch, Hund) übertragen wird.
Symptome sind Fieber, Appetitlosigkeit, Mattigkeit. Oft Monate später traten wechselnde Lahmheiten durch Gelenksentzündungen auf. Auch Organe können durch Borrelien Schaden nehmen.
Eine Behandlung der Symptome ist möglich, aber sehr langwierig. Eine vollständige Heilung wird nicht erreicht.
Zecken sind die Überträger vieler gefährlicher Erreger z.B. Ehrlichien, Anaplasmen, Babesien, Borrelien.

Vorbeugend sollte man unbedingt in der Zeckensaison auf ordentlichen Zeckenschutz achten. Dazu können wir Sie ausführlich beraten.

Es gibt auch eine Impfung gegen Borreliose. Für diese sichert der Impfstoffhersteller inzwischen eine gute Wirksamkeit zu. Da der Impfstoff auch aus dem europäischen Borrelienstamm hergestellt wird.  Die Impfung ergibt einen nicht lange anhaltenden Immunspiegel, deshalb sollten sie sich an das empfohlene Impfschema halten.
Eine Impfung vor Beginn der Zeckensaison ist am sinnvollsten.

Impfschema Borreliose

Gundimmunisierung mit 2 Impfungen im Abstand von 4 Wochen. Die 3. Impfung ist nach einem halben Jahr.
Danach wird einmal jährlich bevorzugt im Frühjahr (Februar/März) aufgefrischt.

Impfempfehlung für Hunde