Dr. Angelika Meißner

74586 Gründelhardt
Sonnenstraße 24
Tel.: 07959 / 925080


Bei Ihrem Hund wurde eine Herzerkrankung diagnostiziert. Um die Krankheit zu verstehen, möchten wir Ihnen ein paar Informationen an die Hand geben.

Typische Symptome einer Herzerkrankung sind:

  • Allgemeine Schwäche und ständige Müdigkeit, massiver Leistungsabfall
  • Husten nach Anstrengung und Aufregung, später auch in Ruhe, nachts oder beim Fressen und Trinken
  • Wasseransammlung in Lunge oder im Bauch
  • Kurzatmigkeit bis Atemnot
  • Unruhe nachts oder allgemein ruhelos
  • Appetit-/ Gewichtsverlust
  • Fehlende Lebensfreude
  • Kollaps, Ohnmachtsanfälle oder Krämpfe durch ungenügende Sauerstoffversorgung des Gehirns

 

Ein gesundes Herz ist vergleichbar mit einer Pumpe (Herzmuskel), die ein Ventilsystem (Herzklappen) und einen Elektrokabelanschluß (Reizleitungssystem) besitzt. Es können sozusagen Verschleißerscheinungen an der Pumpe auftreten.

  1. Herzklappeninsuffizienz/ Endokardiose:
    Oft sind vor allem bei kleinen Rassen (Dackel, Pudel, Yorkshire Terrier, Cocker Spaniel) die Herzklappen betroffen. Auf ihnen bilden sich Narben. Deswegen können die Klappen dann nicht mehr dicht schließen. Folge ist, dass das Blut nicht mehr voll in den Körper weiter gepumpt wird. Es staut sich anfangs in einer Herzkammer (Ventilvorhof), später dann auch in der Lunge oder im Bauchraum.
  2. Herzmuskelerkrankung/ dilatative Kardiomyopathie:
    Ein „Ausleiern“ des Herzmuskel beobachtet man dagegen meist bei großen Rassen wie Dogge, Dobermann oder Bernhardiner. Ebenso bei Katzen. Es verursacht aber prinzipiell die gleichen Symptome. Nur schreitet diese Erkrankungsform schneller voran.

Beide Erkrankungsformen können wir nicht heilen. Aber wir können das Fortschreiten verlangsamen und damit das Leben Ihres Tieres verlängern und die Lebensqualität verbessern.

 

Mit verschiedenen Medikamenten versuchen wir die Leistungsfähigkeit des Herzens zu unterstützen:

  • Eine Gruppe (ACE-Hemmer) senkt den Blutdruck. Das Herz pumpt dann gegen geringeren Druck an. In der Folge werden Klappen und Muskulatur entlastet.
  • Eine andere Gruppe (Ionodilatoren) senken den Blutdruck und „kräftigen“ die Herzmuskelzellen.
  • Liegen bereits Stauungen in Lunge oder Bauch vor, die sich als Flüssigkeitsansammlungen zeigen, wird oft zeitweise oder dauerhaft ein entwässerndes Medikament verabreicht.

Das genaue Vorgehen bei Ihrem Hund wird natürlich ausführlich mit Ihnen besprochen.

 

Was Sie weiter für Ihren Hund tun können:

  • Halten Sie Ihr Tier schlank.
  • Verzichten Sie auf salzhaltige Leckerchen. Es schadet Herz und Nieren.
  • Der Körper muß sich an die neuen Medikamente erst gewöhnen. Erwarten Sie keine Wunder. Bitte setzen Sie die Medikamente nie längere Zeit ab. Der Körper muß sich sonst erneut umstellen.
  • Regelmäßige Kontrolluntersuchungen sind nötig, um Veränderungen rechtzeitig zu erkennen. Auch Leber und Niere müssen hin und wieder kontrolliert werden.